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Pfarrer Heimbrodt findet klare Worte

Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren feiert ihre Gründung mit einem Festhochamt

Mehr als 300 Menschen nahmen am Sonntag, den 24. Februar an dem Festhochamt zur Gründung der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren teil.

Der Gottesdienst fand im ehemaligen Zechenturm der Schachtanlage Königsborn 3/4 in Bönen statt.

In der Predigt sprach Pfarrer Heimbrodt deutliche Worte zur aktuellen Situation der katholischen Kirche. Es wurde merklich still, als er den Missbrauch und den bisher beschämenden Umgang innerhalb der Kirche mit derlei kriminellen Verfehlungen drastisch ansprach. Er schäme sich  insbesondere gegenüber den Frauen und Männern, die sich Tag für Tag engagieren, einen Dienst am Menschen und für Menschen verrichteten oder auch den Gegenwind aus der Gesellschaft aushalten. Verbunden waren diese Worte mit dem Appell, sie mögen in ihrem Engagement nicht nachlassen.

Gleichzeitig mahnte Pfarrer Heimbrodt Reformen an, um die Stellung der Frau innerhalb der katholischen Kirche endlich der selbstverständlichen Lebenswirklichkeit anzugleichen.

Mit Sorge betrachte er die "Verdunstung des Glaubens" unter den Menschen. Spätestens an dieser Stelle mag man als Katholik resignieren. Doch das lässt Pfarrer Heimbrodt nicht zu. Seine Antwort darauf ist: "Vertrauen in Gott" und "Glauben an das Evangelium"

In dem Evangeliumstext des Festhochamtes vom "Sturm auf dem See Genezareth" heißt es sinngemäß : "Wellen schlugen ins Boot, so dass es sich mit Wasser füllte, während Jesus im Boot auf einem Kissen schlief und seine Jünger ihn unter großer Furcht aufweckten. Doch Jesus bleibt gelassen und fragt sie: "Warum habt ihr solche Angst?"

Die Frage will Pfarrer Heimbrodt als Ermutigung verstehen und als Versprechen Jesu: "Habt keine Angst! Ich bin bei euch bis ans Ende der Welt"

Wir sollten uns immer wieder fragen, was gebe ich ihm zurück? Nicht wegducken sondern weiter im Gespräch bleiben und noch viel wichtiger, in seinem Namen handeln.

Jesus verlässt das Boot nicht!

Fast wie eine Ergänzung zu der Predigt von Pfarrer Heimbrodt konnte man die Grußworte von Elke Kappen (Bürgermeisterin Kamen) und Stephan Rotering (Bürgermeister Bönen) verstehen.

Sich seiner Tradition bewusst sein, ist gut und richtig, hieß es da. An der Tradition festhalten wollen ist menschlich. Über die Tradition Veränderungen zurückhalten zu wollen, sei nicht der richtige Weg.

Frau Kappen und Herr Rotering luden die Anwesenden zu Aufbruch und Veränderung ohne Angst ein. Politik, Arbeitswelt, ja die Gesellschaft insgesamt befänden sich heute in einem stetigen Veränderungsprozess, insbesondere auch ausgelöst durch die zunehmende Globalisierung und Digitalisierung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe sei es, sich diesen Veränderungen zu stellen. Mit einem Ausspruch des Historikers Michael Richter brachte es Stephan Rotering auf den Punkt: "Was bleibt, ist die Veränderung; was sich verändert, bleibt." 

Und nochmal zurück zu der katholischen Kirche. Auch ihr möchte man zurufen: "Was bleibt, ist die Veränderung; was sich verändert, bleibt." Und noch vielmehr die Frage ihres Kirchengründers: "Warum habt ihr solche Angst?"

Rund um die Fusionsfeier:

 Der alte Pfarrer ist der neue:

Dechant Paul Mandelkow überreicht Benno Heimbrodt die Ernennungsurkunde zum Pfarrer der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren, ausgestellt von Erzbischof Hans-Josef Becker.

 

Motto des Festhochamts

Das Motto wurde von der RAG Stiftung entliehen: "Glückauf. Zukunft." Schließlich ist die Patronin unserer Pfarrei auch gleichzeitig die Patronin der Bergleute.

 Musikalischer Rahmen

Den musikalischen Rahmen gestaltete die Gruppe "BarbaRock" unter Leitung von Berno Tillmann mit rhythmischen Liedern und treffenden Texten wie "Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen ganz neu". "Begleitet" von den Besuchern, die der Aufforderung zum Mitsingen gerne nachkamen.

 Liederzettel

Die Liederzettel waren liebevoll gestaltet und rechtzeitig zum Druck beauftragt, aber bis Samstagmittag nicht angeliefert worden. Katholisch unkompliziert erstellte Familie Rodewald bis zum Beginn des Festhochamtes ausreichend Kopien.

 Kreuz von Papstmesse

Vor dem Altar im Zechenturm das Kreuz, das 1987 während der Papstmesse mit P. Johannes Paul II im Gelsenkirchener Parkstadion auf dem Altar stand. Ein Kreuz aus Kennel Kohle, Stahl und Gold, angefertigt vom Juwelier Alfred Weber. Mitgebracht hatte es der Diözesanvorsitzende der KAB im Bistum Essen, Hermann-Josef Schepers.

 Das neue Logo - Bedeutung

 Logo der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren

Christus der Gekreuzigte im Mittelpunkt.

Offenheit! Die Kreise sind zugänglich, nicht geschlossen.

Gelb, Grün, Blau, die drei Farben der fusionierten Gemeinden.

"Allumfassend", symbolisiert durch die Kreisform.

Weißes Innenkreuz als stilisierter Korpus Christi und Anlehnung an das Logo des Zukunftsbildes des Erzbistums Paderborn.

Und hier noch die spontane Interpretation eines Besuchers, die dem Verfasser dieses Textes sehr gefallen hat: "Jesus Christus stellt das Leben auf den Kopf". Ist doch die Farbe Gelb, die das Sonnenlicht symbolisiert unten und das lebenspendende Grün oben.

  Organisation:

Der Sachausschuss Feste und Feiern, unter Leitung von Walter Potthoff und unter Mitarbeit von vielen Helferinnen und Helfern sorgte für einen gelungenen Rahmen. Bühne, Kulisse, Beleuchtung, Bestuhlung, Suppen, Waffeln und Getränke. Perfekt geplant und durchgeführt.

 Fazit:

Ein guter Start für die Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Fotos bursch / Text DA