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Ostern in St. Barbara

Es war das erste Osterfest in unserer neuen Pfarrgemeinde St. Barbara Bönen und Heeren. Und traditionsgemäß fand dieses „Triduum Sacrum“ oder auch „Triduum Paschale“ (heilige bzw. österliche drei Tage) in nur einer Kirche statt, in diesem Jahr war es die St. Bonifatius Kirche. Viele der Kirchenbesucher und auch der Leser dieser Zeilen haben in ihrem Leben bereits mehr oder weniger viele Osterfeste erleben dürfen und sie kennen daher die besonderen Riten dieser Tage, die Texte, die Gesänge und deren symbolhafte Darstellung.

Am Gründonnerstag ist es das Verstummen der Orgel nach dem Gloria, das Klappern der Holzratschen, die Prozession mit dem Allerheiligsten zum Seitenaltar, die „Ölbergstunde“ und der Getsemanigang. Am Karfreitag ist es der leer geräumte Altar, der schmucklose Kirchenraum, die großen Fürbitten und die vorgetragene Leidensgeschichte. Die österlichen Rituale finden dann natürlich ihren Höhepunkt in der Osternacht selbst: das Entzünden des kleinen Osterfeuers auf dem Kirchplatz, von dem aus dann das Licht über die neue Osterkerze und dem feierlichen „lumen christi“ in den Kirchenraum hineingetragen wird und ihn nach und nach erhellt. Und wenn dann beim österlichen Gloria die Orgel wieder erklingt und auch die Glocken wieder läuten, dann ist dies das Zeichen dafür, dass Christus wahrhaft auferstanden ist. Die Weihe des Taufwassers und die Tauferneuerung der Gläubigen gehören ebenfalls noch zu den besonderen Ritualen der Osternacht.

In seiner Ansprache ging Pfarrer Benno Heimbrodt noch einmal auf die aktuelle kirchliche Situation in unserer Gesellschaft ein. 28.000 Mitglieder habe das Erzbistum Paderborn im vergangenen Jahr verloren, viele von ihnen seien verstorben, viele haben aber auch wegen der aufgedeckten Missbrauchsskandale und der Reaktion so mancher kirchlicher Würdenträger der Kirche den Rücken gekehrt. Deshalb freue es ihn umso mehr, so Pfarrer Heimbrodt, dass so viele in die Kirche gekommen sind um diese drei Tage mit zu feiern. Am Ende der Messe dankte er all denen, die mit dazu beigetragen haben, dass wir diese drei Tage in St. Bonifatius so erleben durften, den Küstern, den Messdienerinnen und Messdienern und vor allem Binh Dang, der mit seinem wirklich genialen Orgelspiel zu einer besonderen Feierlichkeit der Osternacht beigetragen hat. Mit der Agapefeier im Pfarrheim klang der Abend dann aus und alle Beteiligten zeigten sich rundum zufrieden.

In der österlichen Vesper am Sonntagabend, dargestellt in Psalmen und Antwortgesängen, wurden dann die Stimmbänder noch einmal strapaziert. Pastor Gordon Richardt entzündete an der Osterkerze eine Fackel, um mit dieser dann das große Osterfeuer auf dem Kirchplatz in Brand zu setzen. Hier hatte das Team um Walter Potthoff alles gut vorbereitet und so konnten sich die kleinen und großen Besucher bei Bratwürstchen und Getränken stärken. Nur ab und zu musste der Standort bzw. der Sitzplatz gewechselt werden, weil die Weihnachtsbäume aus 2018 sich noch einmal qualmend bemerkbar machten. - bursch