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Kirchen-Blog: Innenansichten eines verunsicherten Katholiken


St. Bonifatius, Bönen, Sonntag 22.03.2020, 11:30 Uhr

Normalerweise sitze ich um diese Zeit in der St. Bonifatius Kirche und nehme am sonntäglichen Gottesdienst teil, um Ruhe und Kraft für die kommende Woche zu sammeln und Dankbarkeit für die vergangene Woche zum Ausdruck zu bringen.

Normalerweise.

Heute ist jedoch alles anders. Das Corona-Virus geht um und verändert unser Leben und unsere alltäglichen Gewohnheiten vollkommen.

Kein Mensch ist auf dem Kirchenvorplatz zu sehen. Die Kirche ist abgeschlossen. So, wie es das kirchliche und weltliche Regierung empfehlen. Die Zeit scheint angehalten worden zu sein.

Nur wenige Autos auf der Straße, nur wenige Fußgänger, allein oder mit ihrem Partner, unterwegs. Die soziale Distanz, die helfen soll, die Verbreitung des Virus’ zu verringern, ist überall sichtbar.

Was aber können wir tun?

Christlich handeln!

  • Die Bitten und Anordnungen der Behörden und Verwaltungsorgane, die jetzt einen besonders schweren und anstrengenden Job haben, sollten wir befolgen. Die Behörden und die Regierungen sind von dieser Situation genauso überrascht worden wie wir selbst und versuchen das Beste für das Gemeinwohl. Das ist in dieser Situation mit Einschränkungen für uns alle verbunden. Denken wir an die vielen Helfer und Arbeitnehmer, die ihren Dienst nach wie vor für die Gemeinschaft verrichten. Das ist ein Gebot der Nächstenliebe und der sozialen Verantwortung für diese Gemeinschaft, deren Teil wir selber sind.
  • Hören wir auf nur an uns zu denken! Versuchen wir nicht im Übermaß zu konsumieren und die Lebensmittelketten und Versorgungssyteme dadurch zusätzlich zu belasten, nur weil wir daran glauben, vorsorgen zu müssen. Natürlich nur für uns. Sollen die anderen doch selber sehen, wo sie bleiben.
  • Anderen die Schuld zuzuschieben für falsche oder nach unserer Ansicht zu spät oder zu früh gefällte Entscheidungen ist ebensowenig hilfreich wie ständiges Gemecker und Kritisieren an behördlichen Maßnahmen. Auf das so beliebte Klugscheißen sollten wir angesichts der beängstigenden Situation verzichten.
  • Man kann sich in seinem kleinen Ego-Kosmos natürlich noch weiter einigeln und Verschwörungstheorien selbst entwickeln oder unüberprüft weitergeben. Alles via Internet, unserem Kommunikations- und Informationszentrum. All das nützt der Gesellschaft und den Mitmenschen gar nichts, sondern vergrößert nur die Beklemmung und die Ängste der Menschen.
  • Haben wir Zutrauen und Vertrauen in unseren Staat und helfen wir denen, die in diesen Zeiten aufopferungsvoll ihren Dienst an der Gemeinschaft versehen. Nur so werden wir diese Krise überwinden.

Gott hilft dieser Welt nur durch unser Handeln und Denken.

Reinhold Duczek, Bönen, Sonntag, 22. März 2020
Sachausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren