Startseite

Alles wird gut

Ostern 2022

Im letzen Jahr haben wir noch Ostern in Zeiten der Pandemie gefeiert. Vielleicht ist uns das Bild am Karfreitag in der St. Bonifatius Kirche - ein Hügel aus Steinen - noch präsent. Dem einen oder anderen mag es befremdlich vorgekommen sein. Aber wenn wir von einem lieben Menschen Abschied nehmen müssen, trifft uns der Tod mit voller Wucht. Er bedeutet die bittere Erfahrung von Verwundung und allein gelassen sein, der Boden bricht unter unseren Füßen weg. So, oder so ähnlich muss es den Freunden von Jesus unter dem Kreuz auch vorgekommen sein.

Und der Ostermorgen? Die biblischen Texte sagen uns: "Alles wird gut!" - Gottes Reich ist angebrochen. Wir dürfen unsere Angst in Grenzen halten, das Dunkel weicht und die Strahlen der Sonne erhellen den Tag. Der Stein des Grabes ist beiseite geräumt. Der Schatten des Todes ist gewichen.

Bei den frühlingshaften Temperaturen vor einigen Tagen sahen wir zahlreiche Knospen an den Bäumen sprießen und die leuchtenden Osterglocken im Garten. Sie verbreiten den Eindruck neuen Lebens, Licht und Zuversicht. Es fällt uns oft schwer auszudrücken, was wir erhoffen dürfen. Ein Blick auf die Wiesen und Felder mit dem frischen Grün versprüht geradezu Freude am Leben. Mit diesem Lebensgefühl fühlen wir uns verbunden mit IHM und verbunden auch untereinander. Seht den Menschen Jesu, der durch seine offenen Arme das Leid und den Tod aller Menschen besiegt hat.

Auch heute sind die Hügel aus Steinen wieder sichtbar. In erschreckender Weise sehen wir in den Medien die brutale Zerstärung der Dörfer und Städte in der Ukraine. Menschen die verletzt sind an Leib und Seele, Menschen die sterben. Es ist mehr als schmerzlich, dass ein Ende dieser Tragödie nicht in Sicht ist. Die Frage drängt sich auf, wie sollen wir umgehen mit diesem Grauen?

Aber vielleicht macht gerade diese Bedrohung, die wir täglich aufs Neue sehen uns bewusst, worum es uns Christen geht, wenn wir Auferstehung erhoffen. Vertrauen im Glauben, nicht niedergedrückt von Angst und Leid. Der Tod ist nicht das Ende. Es braucht Mut und Kraft - und mit dieser Kraft lassen sich eben auch Grabsteine versetzen, wie uns die Bibel erzählt.

So sind wir alle eingeladen diese beeindruckende Messe der Osternacht zu erleben, in der dunklen Kirche auf diesen einen Moment zu warten, bis die Osterkerze mit ihrer kleinen Flamme hinein getragen wird. Es ist ein starkes Gefühl, ja vielleicht sogar ein magischer Moment, gemeinschaftlich Zeugen zu sein, wie das Licht das Dunkel durchbricht. Wenn wir es dann weiter geben, erhellt sich der ganze Raum und lässt uns selbst Hoffnungsträger werden. Wir können voller Vertrauen rufen: Beschütze unsere Pfarrei und fördere ihren Zusammenhalt und schenke den Menschen auf der Welt Frieden und Freiheit. Und in diesem Geist sind wir im solidarischen Gebet verbunden mit den Menschen, die jetzt unsere Zuwendung brauchen.

Walter Potthoff

Gottes Wort gibt Kraft, Trost, Freude und Liebe auch in schweren Zeiten! Eine aufgeschlagene Bibel mit Dornenkrone, deren Schatten ein Herz ist.

Bild von James Chan auf Pixabay

Gestaltung durch Annika Husarek

 

"O wahrhaft selige Nacht,

dir allein war es vergönnt,

die Stunde zu kennen,

in der Christus erstand von den Toten,

Dies ist die Nacht,

von der geschrieben steht:

'Die Nacht wird hell wie der Tag,

wie strahlendes Licht

wird die Nacht mich umgeben.'"

 

Aus dem Exsultet