Liebe Gemeinde,
im November 2025 wurde der Rat der Pfarrei gewählt. Bei dieser Wahl, die erstmalig auch online stattfand, gab es eine höhere Wahlbeteiligung als bisher, sie hat sich circa verdoppelt. Für das uns entgegengebrachte
Vertrauen möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken!
Der Rat der Pfarrei besteht aus den hauptamtlichen Mitgliedern Pfarrer
Benno Heimbrodt, unserer Gemeindereferentin Julia Kettler und dem
Entsandten des Kirchenvorstandes, Sven Rodewald; dazu den vier
gewählten Mitgliedern Sarah Lublow-Hübener, Angelika Mohr, Detlef
Angersbach Martin Teumert.
Auf Basis des neuen Statuts für pastorale Gremien und Engagementformen vom 03.12.2024 sind alle sieben Mitglieder gleichermaßen stimmberechtigt. Wir nehmen die Aufgaben und Herausforderungen als gleichberechtigtes Team wahr, im Einvernehmen und ohne einen gewählten Vorsitzenden. Nach
neuem Statut ist der Rat der Pfarrei ein Organ des pastoralen Leitungsteams und entsendet ein stimmberechtigtes Mitglied in den Kirchenvorstand.
Nach der Konstituierung im Dezember haben wir im Januar die Arbeit
aufgenommen, begleitet von zwei externen systemischen Organisations-
entwicklern im Bistum Paderborn (Andrea Massmeier und Daniel Feldmann) und dem Dekanatsreferenten André Hille. In unserer Arbeit stehen die Weiterentwicklung unseres Pastoralkonzeptes mit dem Schwerpunkt Familienpastoral und die Ausrichtung unserer Pfarrei auf die Neuorganisation und Transformation im Bistumsprozess im Fokus.
(bistumsprozess.de) Wir durchleuchten gerade bestehende Angebote,
versuchen die treibenden Kräfte und Charismen in Bönen und Heeren zu identifizieren und möchten unsere Pfarrei auf dem Weg in den neuen
Seelsorgeraum gut aufstellen.
Die Notwendigkeit einer Pastoraltransformation spiegelt sich in den Zahlen und Statistiken wider: von dem aktuell im Dekanat Unna tätigen pastoralen Personal (6 Pfarrer/ 8 Pastoren und 9 Diakone) werden nach derzeitiger Prognose im Jahr 2036 noch vier Priester im Dienst sein, ein Zugang von neu geweihten Priestern ist nicht zu erwarten (z. Zt. befinden sich in Paderborn gerade insgesamt 12 Personen in der Priesterausbildung). Von heute 13 GemeindereferentInnen bleiben dann noch 7.
Dem stetigen Rückgang der Kirchensteuer zahlenden Katholiken durch Tod oder Kirchenaustritte steht eine sehr geringe Anzahl von Taufen oder (Wieder-)Eintritten gegenüber. Die Teilnahme am gemeindlichen Leben und an den Gottesdiensten ist ebenfalls weiterhin stark rückläufig.
Die Immobilienstrategie des Erzbistums Paderborn zielt darauf ab, in den Pastoralen Räumen die Weichen für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Nutzung des kirchlichen Gebäudebestandes zu stellen. Auch die Verantwortlichen in unserer Pfarrei St. Barbara Bönen und Heeren haben im Rahmen einer Immobilienvereinbarung die Abgabe des Pfarrheims Herz- Jesu an die Stadt Kamen (Vermietung: Nutzung im Rahmen der OGS, Sommer 2024) sowie die Schließung der Kapelle St. Elisabeth in Nordbögge (2025) und der Christ-König Kirche in Bönen Ende 2026 beschlossen, den Prozess der Profanierung eingeleitet.
Mit der Veröffentlichung der geplanten Strukturen am 08.05.2026 durch Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz sehen wir etwas klarer in die Zukunft: Es werden im Erzbistum Paderborn 21 Seelsorgeräume errichtet, in denen im Rahmen der Transformation die Pfarreien zu jeweils einer Pfarrei verschmelzen werden. Unser Seelsorgeraum wird das jetzige Dekanat Unna umfassen (Unna, Kamen, Bergkamen, Holzwickede, Fröndenberg, Bönen, Lünen und Schwerte). Geleitet werden die neuen Seelsorgeräume zukünftig von einem kooperativen Leitungstrio, bestehend aus einem Pfarrer, einem/r pastoralen KoordinatorIn und einer Verwaltungsleitung. Hinzu kommen die
pastoralen Gremien, wie Kirchenvorstand und Rat der Pfarrei, unterstützt von thematischen und lokalen Gremien, sogenannten Gemeindeteams.
Die neuen Seelsorgeräume werden ab Advent 2026 eingerichtet. Eine
sogenannten „Ankerzeit“ bis Advent 2027 steht im Zeichen des
Kennenlernens der bisherigen Pfarreien untereinander. Ab Januar 2028
sollen dann in den ersten neuen Seelsorgeräumen Fusionen zu einer großen Pfarrei stattfinden, als sogenannte „Lernräume“ werden hier die neuen Strukturen eingeführt und erprobt. Wann dies für uns in Bönen und Heeren zutreffen wird, steht noch nicht fest. Der Prozess der Fusionen soll bis spätestens 2030 abgeschlossen sein.
Gemeinsam mit Ihnen möchten wir uns darauf vorbereiten.
Was bedeutet das konkret, soweit wir sehen können, für unsere Pfarrei.
Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder Veränderungen in den kirchlichen Strukturen erfahren.
Aus 3 Gemeinden, Herz Jesu, Christ König und St. Bonifatius, wurde
zunächst ein Pastoralverbund, später eine Pfarrei. Die Gemeinden sind
zusammengewachsen, der Pfarrer seit fast 30 Jahren hier.
Ganz viel Verlässlichkeit.
Doch die Welt verändert sich weiter, und das macht auch vor der Kirche in unserem Erzbistum und damit auch nicht vor unserer Pfarrei St. Barbara halt.
Einschneidende Veränderungen stehen bevor. In Veränderungen liegt immer auch eine Aufforderung, eine Herausforderung und eine Chance, sich aufzumachen, neue Wege zu gehen und die breiten Ausgetretenen, die Liebgewonnenen der Gewöhnung zu verlassen.
Neue Begrifflichkeiten machen die Runde.
Transformation. Seelsorgeraum. Pastorales Zentrum. Verlässliche Orte.
Multiprofessionales Team. Gemeindeteams. Engagementförderer.
Der neue Seelsorgeraum geht bereits mit dem neuen Kirchenjahr Ende 2026 an den Start. Neue Strukturen müssen sich etablieren und durch Menschen mit Leben gefüllt werden.
Darüber wollen wir informieren. Heute und auch in den nächsten Monaten, immer dann, wenn die vorgenannten Begriffe greifbarer, lebendiger werden. Wenn deutlich wird, was die Veränderungen für unseren Raum Bönen Heeren bedeuten.
Unsere Pfarrei St. Barbara wird spätestens irgendwann zwischen 2028 und 2030 einfließen in eine andere Pfarrei, die Pfarrei des Seelsorgeraums Unna.
Es wird neue Stellenbeschreibungen für Hauptamtliche geben, immer im ganzen Seelsorgeraum gedacht.
Zu erwarten ist, dass Pfarrer Benno Heimbrodt nach und nach andere
Aufgaben bekommen wird, nicht mehr “nur” für Bönen Heeren zuständig ist. Und auch er geht irgendwann in den Ruhestand.
Die Anzahl der Eucharistiefeiern, der von einem Priester geleiteten
Gottesdienste in Bönen Heeren wird sich reduzieren.
Wir alle werden uns bewegen müssen. Einlassen auch auf andere Orte,
andere Zeiten, an denen das Wort Gottes verkündet wird. Weitere Wege
gehen. Wir müssen uns einlassen auf andere Menschen, die Gottesdienste leiten.
Aus unserer Pfarrei Bönen Heeren haben sich bereits in der Vergangenheit Frauen und Männer zur Leitung von Wortgottesfeiern ausbilden lassen. Weitere machen sich auf den Weg, haben sich ebenfalls für einen Kurs in beim Erzbistum angemeldet. Ihnen geht es darum:
– Gottesdienste bei uns am Ort perspektivisch zu erhalten. Aber nicht
nur klassische Gottesdienst-Strukturen auch
– Neue Wege gehen. Spirituellen Bedürfnissen eben auch von
kirchenfernen Menschen nachspüren.
– Sicherstellen, dass das Evangelium zukünftig auch weiterhin zu den
Menschen in den Pflegeheimen gebracht wird.
Die Frauen und Männer, die sich auf die Ausbildung einlassen, sind
Menschen mitten aus unserer Pfarrei. Menschen wie du, sie und ich.
Ein Umdenken ist gefordert. Sich einlassen auf Neues, auf Veränderungen. Ihm wohlwollend und dem Engagement von Menschen wertschätzend begegnen.
Aber auch selbst schauen, wo sind meine Talente, was hätte ich im Kontext meines Glaubens schon immer gerne gesehen oder gemacht?
Was sehen wir aktuell hier vor Ort in Bönen und Heeren?
Da gibt es eine gedeihliche Caritas Arbeit, den CARIert Laden, die
Knickerkirmes und viele andere Treffpunkte. Dahinter stehen Menschen, die sich einbringen. Die Einen kontinuierlich immer wieder über das Jahr, die Anderen für ein Highlight-Projekt einmal im Jahr. Sie tun dies, eine Jede und ein Jeder mit ihren/seinen Talenten für Angebote, die ihnen wichtig sind, die sie mit Freude erfüllen, für die sie sich begeistern können.
Durch die gezielte Zusammenarbeit der Gemeindereferentin Julia Kettler mit den drei Kindertagesstätten in unserer Pfarrei fühlen sich Familien und Kinder mehr gesehen, können neu andocken an Kirche, auch mit ihren Glaubens- und Sinnfragen. Kinder, Mütter und Väter unterstützen, kommen und machen mit bei Angeboten wie Kinderkirche, Familienkirche, Bastelwerkstatt, Schöpfungstage, saubere Helden u.v.m. Die zentrale Sankt Martinsfeier im vergangenen Jahr wurde von vielen hundert Menschen, Groß und Klein besucht. Das alles war und ist nur möglich, weil viele gesagt haben: „Ein tolles Projekt, da engagiere ich mich gerne.“
Es gibt Zusammenkünfte für Menschen, die auf ein langes Leben zurück
blicken.
Es gibt Taizé-Andachten, Friedensgebete, Früh- und Spätschichten, die von Laien gestaltet werden. Menschen haben gesagt: „Ich kann das und das ist mir wichtig“.
Dies sind nur einige Beispiele, wie lebendiges gemeindliches Leben getragen werden und gelingen kann.
Was sind die Voraussetzungen, die Rahmenbedingungen?
Da gibt es ein paar grundsätzliche Faktoren wie
Ein Klima der Ermöglichung und des Vertrauens, das Menschen empfängt, die sich mit Freude und Begeisterung engagieren möchten. Die neuen Strukturen möchten ausdrücklich jeden unterstützen, der bereit ist, sich mit einem Talent einzubringen.
Zukünftig wird es im Seelsorgeraum einen hauptamtlichen Engagements Förderer oder Förderin geben, der/die unterstützt, und auch für, wenn gewünscht und möglich, zusätzliche Qualifizierung sorgen wird.
Die Anfrage an Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen möchten, hat sich gewandelt. Nicht mehr: “Wir suchen jemanden für etwas.” Sondern: “Welches Talent hast du, wo würdest du dich mit Freude einbringen. In ein regelmäßiges Angebot, so wie es dir möglich ist oder auch in ein einzelnes Projekt?”
Fantasie ist gefragt. Andere Orte, Kooperation mit anderen Gruppen. Sich von aktuellen Themen inspirieren lassen. Oder von der Frage, was mir schon immer in unserem Kirchenraum vor Ort gefehlt hat, was mir wichtig ist. Das alles eingebettet in eine wertschätzende Atmosphäre.
Ist das zu abstrakt formuliert?
Nun, dann mache ich es etwas anschaulicher. Irgendwann vor ein paar
Monaten tauchte eine Frau auf, die sagte: „Ich werde jetzt Messdienerin.“ Sie wurde nicht gefragt. Sie wollte das. Mittlerweile sind Kinder hinzugekommen und werden von ihr angeleitet für den Dienst am Altar.
Eine andere Frau sagte im Zuge der diesjährigen Kommunionvorbereitung, sie würde gerne ein Lied mit den Kindern einüben. Ihre Freude, mit Kindern gemeinsam zu singen, führte zu dem Wunsch, einen Chor zu etablieren.
Da war schon immer das Bedürfnis, sich über Glaubensfragen
auszutauschen. Daraus entstand eine Gesprächsreihe drei bis viermal im Jahr unter dem Motto “Reden wir darüber”. Übrigens am kommenden Dienstag, 17.06.2026 wieder im Pfarrheim St. Bonifatius um 19 Uhr.
Ich möchte sie an dieser Stelle einfach ermutigen, die Veränderungen
anzunehmen, sie nicht als Zumutung, sondern als Herausforderung und
auch als Chance für neue Wege zu sehen.
Jedes Engagement ist willkommen und trägt zu einer authentischen
Lebendigkeit hier vor Ort bei.
Natürlich gibt es auf dem neuen Weg auch Begleiterscheinungen und
Geschehnisse, die traurig machen, die ein Verlust sind.
Die bisher stets verfügbare Seelsorge am Ort wird keine
Selbstverständlichkeit mehr sein.
Die Kapelle St. Elisabeth in Nordbögge ist seit längerem geschlossen und am Christkönig-Sonntag findet voraussichtlich auch der letzte Gottesdienst in unserer gleichnamigen Kirche in Bönen statt. Jeder kann nachvollziehen, was es bedeutet, wenn ein vertrauter, liebgewonnener Kirchenraum geschlossen wird. Erinnerungen bleiben. Ein Stück Heimat geht verloren. Ein Ort, an dem ganz viel Herzblut von Menschen eingeflossen ist. Eine damit einhergehende Traurigkeit und auch Frustration sind nachvollziehbar. Und es ist auch kein Trost, dass es in anderen Pfarreien und Pastoralverbünden ähnlich ist. Es gibt keinen Trost, nur ein Weitergehen.
Im 2. Vatikanischen Konzil hieß es: “Christen, ein Volk unterwegs, ein
wanderndes Gottesvolk auf dem Weg durch die Zeit, das Veränderungen annimmt, im festen Glauben an und Vertrauen auf Jesus Christus als Wegbegleiter.”
Bei allen Gedanken um Strukturen und Veränderungen. Wir alle hier haben eine Basis, der wir uns sicher sein dürfen und auf die wir vertrauen dürfen. Jesus und das Evangelium als Kraftquelle.
Wo zwei oder drei… Sie wissen ja, wie es weitergeht!
Das sind wirklich keine einfachen Dinge, mit denen wir uns in dieser Zeit beschäftigen. Kirche ist in Bewegung – wir werden uns mehr bewegen müssen, um Kirche zu leben. Die Entscheidung, Gebäude – gar Kirchen – aufzugeben, ist keinem der Beteiligten leicht gefallen.
Wir werden Sie im fortschreitenden Transformationsprozess gerne weiter auf dem Laufenden halten, in den Pfarrnachrichten, Veröffentlichungen auf der Homepage oder in den sozialen Medien (Churchpool-App).
Um Ihnen die Gelegenheit zu geben, Ihre Gedanken und Fragen in den
Prozess einfließen zu lassen, verteilen die MessdienerInnen am Ausgang
diese Resonanzkarten. Dort können Sie uns gerne Ihre Gedanken, Fragen, Anregungen oder Gefühle mitteilen. Lassen Sie die heute gehörten Informationen erstmal wirken und legen die ausgefüllte Karte in einem der nächsten Gottesdienste in den Kollektenkorb oder werfen Sie sie in den Briefkasten des Pfarrbüros. Wir werden Ihre Einsendungen aufnehmen und in unsere folgenden Überlegungen mit einfließen lassen. Zudem haben wir ein online-Formular geschaltet. Den Link hierzu werden wir in der kommenden Woche auf der Homepage und auf Churchpool veröffentlichen.
Wir möchten uns bei Pfarrer Heimbrodt bedanken, dass wir die Gelegenheit bekommen haben, Ihnen den Bistumsprozess und unsere Arbeit an diesem Wochenende in den heiligen Messen im Rahmen der Predigt erläutern zu können.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Anschluss der heiligen Messen nicht direkt auf Ihre Fragen antworten konnten. Auch für uns sind noch viele Fragen offen.
Den Weg der pastoralen Transformation und in den neuen Seelsorgeraum gehen nicht wir als Rat der Pfarrei, diesen Weg gehen wir alle gemeinsam.
Wir bitten Sie, uns in unserer Arbeit zu unterstützen. Teilen Sie uns gerne mit, wenn Ihnen Dinge auf dem Herzen liegen. Melden Sie sich bei Fragen und Anregungen. Bitte sprechen Sie uns auch persönlich an!
Martin Teumert & Detlef Angersbach