St. Bonifatius, Altenbögge

Die Pfarrgemeinde St. Bonifatius Altenbögge/Bönen wurde ursprünglich als Kirchengemeinde 1906 gegründet und 1921 zur Pfarrei erhoben. Sie liegt mit ihren 2.131 Mitgliedern ca. 25 Km östlich von Dortmund im Kreis Unna.

Im Herbst 2003 wurde ein Pastoralverbund mit unseren beiden Nachbargemeinden Christ-König Bönen und Herz-Jesu Heeren gegründet.

Wir sind eingeladen, als von Jesus Begeisterte andere Suchende an die Hand zu nehmen und sie demütig und einladend Jesus näher zu bringen. Wir sind überzeugt, dass dieses nicht ohne Wirkung bleibt, wenn wir es ehrlich, überzeugend und durch die eigene Person gedeckt vorleben und umsetzen.

Mit Ablauf des 31.12.2018 enden die Aufzeichnungen in der Chronik der Pfarrgemeinde St. Bonifatius Altenbögge. Zum 01.01.2019 hat die Fusion mit den beiden ehemaligen Pfarrgemeinden Christ-König Bönen und Herz-Jesu Heeren-Werve stattgefunden zur neuen Pfarrgemeinde St. Barbara Bönen und Heeren.

Unsere Kirche

Altarkreuz und Tabernakel wurden von dem Paderborner Gold- und Silberschmiedemeister Heribert Cassau um 1960 – 1965 hergestellt. Alle Darstellungen sind in feuergebrannter Emaille mit vergoldeten Stegen gearbeitet. Die Technik nennt man „Zellenschmelz-emaillieren“. Der Tabernakeltresor ist mit einzelnen vergoldeten Platten verschraubt. Das Kreuz, eine wertvolle Gold- und Silberarbeit, wurde ganz von Hand hergestellt.

Das vier Meter hohe Altarkreuz an der Südwand der Kirche – aus Spurlatten gefertigt (Bongossi-Holz, afrikanische Eiche) und von einer Zeche der näheren Umgebung gespendet – soll an die Vergangenheit als Bergbau-Gemeinde erinnern.
Der Korpus wurde von dem Holzschnitzer Norbert Ahlmann, Lüdinghausen, aus afrikanischem Lindenholz geschnitzt.

Der Osterleuchter wurde von dem bekannten Künstler Franz Paul Schiller aus Mögglingen bei Schwäbisch Gmünd entworfen und gefertigt. Auf der Vorderseite, Bild links, sieht man die drei Frauen am Grabe; die Rückseite, Bild rechts, ziert ein Engel. Der Leuchter wurde aus Messing getrieben und getönt und 1949  hergestellt.

Der Künstler sagt zu seinen Arbeiten: „Ich liebe die Metallplastik, weil ich die Unmittelbarkeit der Kunsttat beim Treiben liebe, im Gegensatz zum übersetzenden Guss. Und ich liebe die durch die direkte Gestaltung entstehende unverkennbare Handschrift. Die Wärme des Metalls und die hohe Lichtempfindlichkeit, wodurch die Plastik auch bei schwachem Licht oder in dunklen sakralen Räumen noch Leben behält, sprechen mich ebenso an, kurz: alle Elemente, die die Plastik beseelen.“

In unserer Pfarrkirche trägt der Osterleuchter jetzt das Ewige Licht.

Seit dem 5. Juni 1993 ziert wieder eine neugotische Pieta unsere Pfarrkirche St. Bonifatius Altenbögge. Die Pieta wurde von dem Holzschnitzer Gerhard Winnig Anfang des 19. Jahrhunderts in der Kunstanstalt Düsseldorf hergestellt.

Wie und wann die Pieta in den Besitz der St.-Bonifatius- Pfarrei gelangte, ist  unbekannt. Sicher ist jedoch, dass sie bereits in den 30er-Jahren unter Pfarrer Lödige in der alten und später abgebrochenen Pfarrkirche ihren Platz hatte. Nach dem Neubau der heutigen Kirche wurde die Pieta 1961 nicht mehr aufgestellt. Im Turm der Kirche gammelte sie langsam dahin, sie wurde ja damals für eine billige Gipsfigur gehalten. Da es sich aber um einen sakralen Gegenstand handelte, wurde sie an das Diözesanmuseum nach Paderborn gegeben.

Hier interessierte sich plötzlich eine Pfarrgemeinde stark für die Pieta. In Altenbögge wurde man  hellhörig. Nach langen Bemühungen gelang es dann, die Pieta zurückzubekommen.  In mühevoller Kleinarbeit wurde die Pieta in der Restaurierungsfirma Ochsenfarth im Auftrag des Diözesanmuseums restauriert. Seit 1993 ziert die wertvolle Pieta nun wieder unsere Pfarrkirche St. Bonifatius.

Unsere Fensterbilder

Die Kirchenfenster der St.-Bonifatius-Pfarrkirche, gestaltet 1960 von dem Künstler und Glasmaler Wilhelm Buschschulte aus Unna, 5 kleine Fenster im Seitenschiff der Kirche, hergestellt aus Antikglas / Opalglas  und Blei in der Größe 140 x 140 cm, und ihre Deutung.

In einem Text des Propheten Jesaja heißt es: „Gott spricht zu den Seinen: Wenn du durch Wasser gehst, bin ich bei dir, und Wasserströme überfluten dich nicht. Wenn du durch Feuer gehst, verbrennst du nicht, und die Flamme versengt dich nicht.“

Man mag zuerst an Zauberei oder Wunder denken und da man Gott alles Mögliche zutraut, warum also auch nicht dies? Aber auch den Menschen früher war klar, dass man im Feuer verbrennt und im Wasser ertrinkt. Das Bild verweist also auf etwas anderes. Der Erzähler nimmt wohl an,

dass man immer mal im Leben durch Feuer und Wasser muss.

Und wohl dem, der dann gewappnet ist. Manchmal ist  man ja Feuer und Flamme für eine Person oder Sache: manchmal brennen der Neid oder Zorn in einem und manchmal das Feuer der Liebe. Und dann wieder scheint man in dem Strudel des Alltags zu ertrinken, man fürchtet, seine Tränen nicht mehr halten zu können. Oder man träumt davon, im warmen Wasser gebadet und getragen zu werden.

Von Gott, und das heißt von den Bildern und Geschichten, die von ihm erzählt werden, sagt man, dass sie hilfreich sind, wenn es darum geht, heftige oder schwierige Gefühle des Leides und der Freude auszuhalten, dass manchmal ein biblischer Vers, ein Gebet oder ein Lied helfen, Schmerz und Freude auszudrücken.

1. Mose 2,9-17
Und Gott, der Herr, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume aufsprießen, lieblich zum Anschauen und gut zur Nahrung, den Lebensbaum aber mitten im Garten und auch den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gott, der Herr, gebot den Menschen: >Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn am Tage, da du davon isst, musst du sterben.<

 Das Gleichnis vom Senfkorn: Matthäus 13,31-32

An jenem Tag ging Jesus aus  dem Haus und setzte sich an den See. Es sammelte sich viel Volk um ihn, sodass er ein Schiff bestieg und sich niederließ; das ganze Volk aber stand am Ufer. Er redete viel zu ihnen in Gleichnissen und sprach:

Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte, es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, aber wenn es gewachsen ist, ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, sodass

>die Vögel des Himmels kommen und sich niederlassen und in seinen Zweigen wohnen<.

Das Senfkorn in biblischen Ländern ist ca. 10-mal kleiner als ein Senfkorn bei uns heutzutage. Es ist ein winziges schwarzes Samenkorn, das so klein ist, dass man es kaum merken würde, wenn einem durch den Wind eins ins Auge käme. Es ist tatsächlich „das kleinste unter allen Samenkörnern“. Die Senfpflanze, die aus diesem Samenkorn heranwächst, ist auch anders gestaltet als der Senf heute bei uns. Die Senfpflanze in biblischen Ländern wächst fast bis zur Größe eines richtigen Baums wie etwa ein Früchtebaum.

Michael wird als der – schon vor Beginn der Schöpfung – Luzifer stürzende Kämpfer dargestellt. Er war nach der Überlieferung der Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies trieb und den Lebensbaum bewachte und der Seth einen Zweig vom Baum der Erkenntnis reichte. Er zeigte Hagar, der von Abrahams eifersüchtiger Frau Sara vertriebenen Magd, die Quelle zur Rettung ihres und ihres Sohnes Lebens. Michael gilt als einer der drei Männer, die Abraham besuchten, er hinderte Abraham, den Isaak zu töten und er rang mit Jakob. Michael teilte demnach das Rote Meer beim Auszug der Ägypter, führte Israel ins gelobte Land und kämpfte mit dem Teufel um die Seele von Mose. Rettend erschien er den Jünglingen im Feuerofen bei Daniel, er erschien Daniel in dessen endzeitlichem Kampf gegen das Perserreich und hielt Habakuk an den Haaren über die Löwengrube.

In den Darstellungen der Johannes-Offenbarung erfüllt Michael seine besondere Aufgabe beim Jüngsten Gericht: Seine Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die Frau mit dem Kind und tötet im endzeitlichen Kampf – in mächtiger Bewegung, gerüstet und mit großen Flügeln – den Drachen zu seinen Füßen.

Michael war der „Fürst der Synagoge“ und gilt als der „Fürst der Kirche“. Mit Raphael, Gabriel und Uriel ist Michael einer der vier Erzengel. Schon ab dem 5. Jahrhundert sind viele Kirchen und Kapellen ihm geweiht. Die Bekannteste ist vermutlich die der Überlieferung nach 709 unter Bischof Autbert entstandene und nach ihm benannte Kirche Mont Saint Michel in der Normandie.

Ein großes Schiff, eine riesige Überschwemmung, Tiere, eine Taube, ein Regenbogen: Ahnen Sie schon, worum es geht? Ja, die biblische Geschichte von der Arche Noah ist überaus bekannt. Schon als Kinder haben wir sie kennen gelernt – im Kindergottesdienst, im  Religionsunterricht oder wo auch immer. Noah baute ein großes Schiff, die Arche, mitten auf dem Land, weit und breit war kein Wasser zu sehen – schon das ist ein interessantes Bild. In der Bibel gibt es dazu sogar genaue Anweisungen.
Gott sprach zu Noah: „Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen.“ Dann nahm Noah von allen Tieren je ein Paar und führte sie in die Arche. „Und du sollst“, sagte Gott, „in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. Von den Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art.“

Nachdem die große Flut gekommen war und sie schon wochenlang unterwegs waren, schickte Noah immer wieder Vögel los um herauszubekommen, ob schon Land in Sicht ist. Schließlich kam eine Taube mit dem Blatt eines Ölbaums zurück – da wusste Noah, dass die Flut zurückgeht. Im 1. Buch Mose heißt es dann: „Nie mehr wird alles Fleisch durch die Wasser einer Sintflut vom Leben abgeschnitten werden.“

Und als Zeichen dieses Bundes ließ Gott den Regenbogen erscheinen.

Er sagte: „Meinen Regenbogen habe ich in die Wolken gesetzt, und er soll als Zeichen des Bundes dienen zwischen mir und der Erde.

Wie Mose vom brennenden Dornbusch  fasziniert war  und sich ihm näherte, so fordert diese außergewöhnliche Gotteserscheinung immer wieder Künstler zu ihrer Darstellung heraus. Auf seine ihm eigene Weise hat sich ihr Wilhelm Buschulte zugewandt. Da ist ein großes loderndes Feuer zu sehen und der Dornbusch lässt sich aus den wenigen dürren Zweigen mehr erahnen als sehen.

Mose lebte vierzig Jahre in der Wüste. Sein versklavtes Volk hat er vergessen. Gott aber störte diese Gleichgültigkeit. Im unscheinbarsten Gestrüpp der Wüste, einem Dornbusch, offenbarte er sich. Mose staunte: Was für ein Feuer, das brennt, ohne zu verbrennen! Und aus dem Feuer der Ruf: „Mose, Mose! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Mose ist so von Gott ergriffen und betend hört er Gottes Wort: „Ich habe das Elend meines Volkes gesehen, ihre Klagen gehört. Ich kenne das Leid.“ Gott sieht uns. Er kennt uns. Er mag uns. Das ist seine brennende Botschaft.

Die alten Kirchenväter bringen die Begebenheit des Mose vor dem brennenden Dornbusch, wie sie im Alten Testament im 2. Buch Mose, Kap. 3,1ff. beschrieben wird, mit der Gottesmutter Maria und Christus in Verbindung. Ephraim der Syrer spricht von der Gottesmutter, „die Gott einst dem Mose auf dem Berg Horeb unter dem Bild des Dornbuschs im Voraus gezeigt hat.“

In der Ikonografie wird das Thema vom unverbrennbaren Dornbusch fast immer in gleicher Weise dargestellt: Zwei vierzackige Sterne sind derart übereinandergelegt, dass sie einen achteckigen Stern bilden. Dieser wiederum liegt auf einem Kreis, der die Form einer geöffneten Rose hat. In der Mitte ist halbfigurig die Gottesmutter mit segnendem Christusknaben auf dem linken Arm zu sehen.

Das Fenster wurde entworfen nach dem Buch des Propheten Daniel, 3. Kapitel. Der König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild machen, sechzig Ellen hoch und sechs Ellen breit, und ließ es im Tal von Dura in der Landschaft Babel aufstellen. Dann berief König Nebukadnezar die Satrapen, Präfekten und Statthalter ein, die Räte, Schatzmeister, Richter und alle anderen hohen Beamten der Provinzen; sie sollten zur Einweihung des Standbildes kommen. Nun verkündete der Herold mit mächtiger Stimme: Sobald ihr den Klang der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen und alle anderen Instrumente hört, sollt ihr niederfallen und das goldene Standbild anbeten. Wer nicht niederfällt und es anbetet, wird noch zur selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen.

Nun waren da drei Juden Schadrach, Meschach und Abed-Nego, denen der König die Verwaltung der Provinz Babel anvertraut hatte, sie widersetzten sich dem Befehl des Königs und beteten das goldene Standbild nicht an.

Der König ließ die drei Juden zu sich rufen und befahl ihnen niederzuknien, oder ihr werdet in den glühenden Ofen geworfen, denn welcher Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten. Die drei erwiderten dem König Nebukadnezar: „Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten. Wenn überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren, uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner Hand, König. Tut er es aber nicht, so sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter nicht und beten das Standbild nicht an.“ Da wurde der König wütend und ließ den Ofen siebenmal stärker heizen als gewöhnlich. Der König ließ die drei Juden fesseln und in den Ofen werfen. Da aber der Ofen übermäßig geheizt worden war, schlugen die Flammen heraus und töteten die Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hingebracht hatten. Die drei Männer aber fielen gefesselt in den glühenden Feuerofen. Doch sie gingen mitten in den Flammen umher, lobten Gott und priesen den Herrn.

                                                     

Loblied der Schöpfung

Preiset, Gestirne des Himmels, den Herrn, lobt und erhöht ihn in Ewigkeit! Preist alle Werke des Herrn ihr Engel des Herrn. Ihr Himmel – alle Wasser über dem Himmel – alle Naturkräfte – Sonne und Mond – aller Regen und Tau – alle Winde – Feuer und Hitze – Kälte und Frost – Tau und Schneefälle – Eis und Kälte – Reif und Schnee – Nächte und Tage – Licht und Dunkel – Blitze und Wolken – Berge und Hügel – alle Gewächse – Quellen – Meere und Flüsse – alles, was im Wasser wimmelt – alle Vögel des Himmels – ihr zahmen und wilden Tiere – ihr Menschensöhne. Danket dem Herrn, denn er ist gut, denn ewig währt seine Huld.

Da entsetzte sich der König und fuhr auf und sprach zu seinen Räten: „Haben wir nicht drei Männer in den Ofen geworfen, ich sehe aber vier Männer im Feuer gehen und der Vierte ist gleich, als wäre er ein Sohn der Götter (Erzengel Michael).“ Da rief König Nebukadnezar die Männer aus dem Feuerofen und alle sahen, dass das Feuer keine Macht über ihren Körper gehabt hatte.